Sonntag, 7. Dezember 2008

Adios hermanos y Costa Rica...

Die Zeit rennt, unglaublich wie schnell diese zwei Wochen mit meinen Bruedern vergangen ist. Wir haben viel gesehen, leider den Arenal nur halb, da das Wetter doch unerwarteterweise sehr regnerisch war. Aber man kann nicht alles haben und zumindest war es warm...

Ich habe noch ein paar Fotos in den blog gestellt, mit einem Klick auf das kleine Foto kommt ihr dort hin. Sie befinden sich in demselben Album des vorhergehenden Posts.

Por más fotos haga clic aqui

Tres hermanos en Costa Rica


Ich werde mich jetzt endgueltig von euch verabschieden und diesen blog beenden. In zwei Wochen fliege ich nach Deutschland zurueck. Das "fast" Jahr in CR hat mir super gefallen und viel mit mir gemacht. Ich habe mich veraendert und werde mein zukuenftiges Leben anders leben als ich noch vor einem Jahr dachte.

Ich danke euch fuer euer Interesse an meinem Aufenthalt und hoffe, euch eine kleine Freude mit den Berichten und Fotos gemacht zu haben.

Muchos saludos y que tengan un feliz navidad,
Andrea

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Tres hermanos en Costa Rica


Da waren es ploetzlich wieder drei... und nun ist die Zeit mit meinen hermanos schon fast wieder rum. Nachdem ich Dirk und Ralf vom Flughafen abgeholt habe, hat uns die Reise nach Cañas nach Barra Honda nach Ojochal nach Orosi zum Arenal und wieder zum Flughafen gefuehrt, bzw. wird sie uns noch zu den letzten beiden Stationen fuehren... hol Luf... Jetzt aber mal langsam, zuerst sind wir also nach Cañas gefahren, um den Flug bei einem gemuetlichen Abendessen mit Sandra, Freddy, Laura und Chiara zu verarbeiten. Sandra und Freddy: Danke noch mal fuer die herzliche Gastfreundlichkeit und das lecker Essen!!!

Nach einer kurzen schlaflosen Nacht ging es zu meiner zweiten Heimat Barra Honda. Dort wohnten die beiden bei Emanuel auf engstem Raum zusammen mit Familie Skorpion (mit einst ca. 5 Familienmitgliedern).


Wie zu erwarten war die Kommunikation der beiden Familien eher maessig bis schlecht, genauer gesagt, es herrschte Krieg... aber sie haben ueberlebt (meine Brueder!) und so konnten wir nach einem entspannten Tag in Nicoya zusammen mit Oscar den Krokodilkindergarten in Mata Redonda besuchen. Das war wiederum war spannend und nicht nur die Krokodilbabies, die dann doch schon etwas groesser waren (2-3 m), sondern auch die Fahrt dorthin. Jiiipiieee, ich konnte zum ersten Mal mit 4x4 fahren und habe es gebraucht, auch wenn ich den schoenen Terio trotzdem fast zum umkippen gebracht haette. Zum Glueck habe ich noch die Kurve gekriegt... Am naechsten Tag sind wir dann zum Mirador den Golf von Nicoya bewundern, wie schon so viele vor uns. In der Daemmerung ging es weiter bis zu einer Hoehle, in der die Fledermausschei... ca. 50 cm hoch sein soll... auch egal, es war jedenfalls ein Erlebnis sie beim Verlassen der Hoehle zu beobachten. Das waren nicht etwa 10 oder 20, eher 800-1000 in 30 Minuten!!! Einem der anderen Schaulustigen ist ein voll ins Gesicht geflogen, brrrr, zum Glueck ernaehren sie sich nicht von Blut... Ach ja und dann waren da noch die Jaguare, Pumas, Ozelote und, und und... Allerdings waren die nicht echt, also echt schon, aber nicht frei lebend. Trotzdem eindrucksvoll.

Nach einem Tag am Hoteleigenen Pool haben wir uns dann auf den Weg nach Ojochal gemacht, wo wir wohlweisslich eine Cabina bei Otto im mono feliz gebucht hatten. Und damit fing die Regenzeit an. Unterwegs dann am Rastplatz mit den Aras vorbei und ueber die Bruecke, unter der die Mega Krokos wohnen. Sehr beeindruckend! Als naechstes Projekt war der Schlangenpark dran und auch das war spannend.

Ja und jetzt sind wir in Orosi, wo wir eigentlich Mopped fahren wollten. Leider ist das Wetter nicht so danach und daher ueberlegen wir noch, was wir morgen machen. Das war es auch erstmal. Melde mich dann bald wieder.

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Tres hermanos en Costa Rica

Sonntag, 21. September 2008

Letzer Post!

Hallo Leute, die Ihr ab und zu mal diesen Blog besucht, dies wird der letzte Eintrag sein. Ich habe leider keine Kamera mehr und ohne Fotos ist es mir zu langweilig. Ich hoffe, Tobis und meine Erlebnisse konnten euch ein wenig den Alltag verschoenern.

Danke fuer euer Interesse.

Uebrigens, ich komme erst Ende Dezember zurueck. Alle vorherigen Plaene wurden verworfen und sind daher nicht mehr aktuell. Die naechsten Monate bin ich wie immer per Email zu erreichen und freue mich ueber jede Nachricht aus der “Heimat”.

Adios y hasta luego,
Andrea

Mittwoch, 10. September 2008

Adios muchacho...

Ich sitze wieder allein im Internet Cafè, der Mann ist heute morgen geflogen und tut es wohl immer noch.

@ Tobi
Hallo mein Engel, ich hoffe, alles ist gut gegangen, du hast die Sheriffs nicht zu sehr provoziert und dein Haustuerschluessel an Ort und Stelle vorgefunden. Dicker Kuss!!!

@ Alle
Ich will euch natuerlich nicht den Rest unserer gemeinsamen Zeit vorenthalten, da es sogar noch einigermassen spannend wurde.

WIR.WAREN.IM.SPA.

Und das nur, weil wir nach der Wanderung am Tage davor nicht mehr krauchen konnten, das Alter eben sein Attribut fordert und wir dachten, es kennt uns ja eh keiner... aber wie wir hier mehrfach festgestellt haben, sieht man sich immer dreimal im Leben und daher konnten wir nicht unerkannt entkommen, sondern trafen auf dem Weg in die Umkleide die beiden Hollaender Ingrid und Rick aus Nicaragua wieder :-) Wir haben sie uebrigens wirklich noch ein drittes Mal getroffen, als wir vom Wasserfall zurueck fuhren... Ja und da bin ich auch schon bei der Geschichte.

Wir sind also am Tag nach dem Spa (huestel) zum beruehmten Fortuna Catarata gefahren. Der Weg dorthin ist leicht und gut ausgebaut, daher ist der Ort auch leider ueberfuellt. Trozdem wunderschoen. Tobi ist natuerlich wie immer sofort auf Erkundungstour gegangen und hat ein paar schoene einsame Pools gescoutet, gar nicht weit weg vom Trubel. Wir sind dann dorthin, der Mann springenderweise von Stein zu Stein, ich eher durchs Wasser laufend (bin auch viel kleiner).
Traumhaft. Tuerkises Wasser. Eiskalt. Steine wie Liegen geformt und keine Leute... Und dann sah klein Andrea eine Art natuerliche Wasserrutsche und waehrend sie noch darauf zu ging und gerade dachte, es waere doch bestimmt spanndend da runter zu rutschen..., wurde sie auch schon von einem Sog gepackt und ueber die Felsen gerissen... Tobi hat sich schon als rettender Held gesehen, der die ohnmaechtige Frau aus dem Wasser fischen muss, aber zum Glueck habe ich mir nicht den Kopf gestossen... NUR den Ruecken und das Steissbein...AUA, das tat und tut ziemlich weh und ich hatte einen ganz schoenen Schreck. Ich haette nicht gedacht, dass Wasser so stark sein kann, in dem Moment konnte ich nichts mehr machen und hatte einfach Glueck im Unglueck, dass ich mich nach dem ersten Sog wieder fassen konnte. Denn dahinter wurde es noch schlimmer mit ins Wasser ragenden Baumstuempfen und das volle Programm. Das war wohl etwas naiv gedacht von mir. Aber wieder was gelernt... In diesem Sinne

Buenas noche

Freitag, 5. September 2008

Vulkane und Entspannung

Wir sind jetzt beritten!!

Haben uns den Luxus eines kleinen 4-radgetriebenen Jimny's gegoennt und reisen jetzt durch den Nordwesten dieses ach so schoenen Landes (und denk ich an Deutschland in der Nacht...). Vor 3 Tagen noch sind wir in der Gegend rumgeirrt um die Autovermietung unserer Wahl zu finden, voellig vergebens, bis wir uns nicht mehr lieb hatten, heute schon sitzen wir megaentspannt in Fortuna (schon allein der Name) und allet is schoen.
Am 3.9. waren wir am Rincon de la Vieja (die Ecke der Alten). Es hat geregnet in Stroemen und wir sind mit aufgespannten Schirmen auf den Trails gewandelt. War bestimmt ein Bild fuer Goetter und co. Alles sehr sehr schoen, mit heissen Blubberloechern und Schlammspritzern und Schwefeldaempfen. Tolle Wege und tolle Landschaft, aber im Dauerregen doch nur der halbe Spass. Uns wurde gesagt, es sein ein Hurrican im Golf von Mexico unterwegs und der sei fuer die Dauerregenfront verantwortlich. Und da wir nun beritten sind, haben wir uns nach Sueden aufgemacht. Die Wege nach Norden waren auch schon ueberschwemmt, da ging nix mehr. Und auf dem Weg nach Sueden mussten wir auch schon den Jeep ausreizen um noch voran zu kommen. Wenn's hier regnet, dann schuettet es.

Derzeit steht unser Koffer wie gesagt in Fortuna, einem kleinen netten Ort am Rande des Arenal Sees. Und, viel wichtiger, direkt am Fusse des Arenal!! Das ist ein aktiver Vulkan, der erstmals seit Menschengedenken im Jahr 1968 ausgebrochen ist und 2 Doerfer begraben hat. Ein 2-ter Ausbruch im Jahr 1992 hat wieder einige Menschenleben gekostet. Seitdem ist der Vulkan mal mehr mal weniger aktiv. Derzeit raucht er fleissig und drueckt Magma ueber den Kraterrand. Die Lava poltert dann mit Getoese und Staubwolken die kahlen Haenge runter. Ein mehr als nur beeindruckendes Schauspiel. 2 mal gab's Donnerschlaege, dass man glauben moechte es sein wieder mal an der Zeit zu rennen. Gestern abend sah man ueber dem Hauptkrater einen tieforangen Schein, der sich zeitweise in den Rauchschwaden verfaengt. Huch, das beeindruckt!!
Zudem ist das Leben hier so richtig ticomaessig einfach und entspannt. Das Essen ist sehr lecker, wir haben eine dicke, gute Matratze, es gibt heisses Wasser zum Duschen (die absolute Raritaet bei unserem Budget) und die Landschaft ist schon wieder mal unglaublich. Es gibt unglaublich schoene Wanderwege. Gestern haben wir den Nationalpark Arenal besucht und beim Rumlaufen unsere erste Coral-Snake gesehen, als sie gerade gelangweilt ueber den Trail kroch. Heute sind wir erst ueber den Sendero Silencio gelaufen und spaeter noch zu dem Vulkankrater "cerro chato" mit Lagune geklettert. Dabei ueberraschte uns ein Schwarm Tucans und eine Kolonie Truthaehne.
Zu traurig, dass wir keinen Fotoknips mehr zur Verfuegung haben, auch das haetten wir gerne mit euch geteilt.
So, fuer's erste wieder mal genug, solong.

Hier geht's diesmal, aus gegebenem Anlass, nicht zu den Fotos.

Montag, 1. September 2008

Einmal Karibik, Barra Honda, Nicaragua und zurueck

Und da ist sie schon wieder vorbei die Zeit in Nicaragua. Heute sind wir nach einer anstrengenden und etwas chaotischen Fahrt von Omotepe in Liberia angekommen und gleich nix wie ins Internet Cafe und euch berichten... Ihr findet zu jedem Kapitel ein kleines Foto, dass euch zum Album fuehrt, wenn ihr mehr sehen moechtet.

Karibik

So, 7 Wochen schuften im Schweisse unseres Angesichtes, Pizza, Lasagne und co viel Arbeit ringserum. Danach 2 Wochen Schule bis die Hirse qualmt, Spananisch draufgepackt und gepackt und gepackt. Wir haben uns jetzt eine Auszeit verdient!!

Wir haben uns von den Schweizern verabschiedet, noch einmal Bierchen in zuenftiger Kneipe, wenn auch ohne Karaoke und am naechsten Tag mit dem Bus via San Jose in Richtung KARIBIK!!! Endlich Urlaub, endlich Groove und Ragga und Rasta. Unser erstes Ziel, auf den Pfaden der Reiseleiterin Stihl, ist Cahuita, ein kleines ehedem vertraeumtes Kiffer und Aussteigerparadies. Nach einer weiteren sehr langen und anstrengenden Busfahrt wurden wir wiederum von schwueler, warmer Luft umfaechelt. Cahuita besteht nur aus 3-4 Strassenzuegen und ausschliesslich dem Tourismus gewidmeten Geschaeften. Restaurants, Hotels/Hostels, Souvenirlaeden und Supermaerkte. Die Menschen hier sind dunkler, rastafariger und wirken extrem gelassen. Zwischendurch die ueblichen Haengengebliebenen mit Alkoholfahne, aber auch die, entspannt. Daneben noch ein Schwarzer Sandstrand und ein Weisser Sandstrand und natuerlich der Nationalpark Cahuita und das war's auch schon. Andrea sagt immer: "Die Karibik wird total ueberbewertet!" Und recht hat sie. Es gibt eigentlich nix zum motzen, das Essen ist lecker und nicht zu teuer, die Unterkunft ist nett mit Pool und Meerblick, die Straende idyllisch wie die Postkarten und trotzdem...
Wir sind wohl nicht dafuer geschaffen. Es hat hier in Cahuita was angestrengt Entspanntes und Lockeres. Wir sind wohl nicht das Zielpublikum, zumal alle Menschen hier in Englisch quaseln, wo wir spanisch lernen wollen. Wo hier alle die Geldsaecke sehen und nicht den Menschen. Das war im Westen und in Orosi anders.
Aber der Nationalpark ist klasse. Die meisten Fotos kommen von unserer 7 Stunden Wanderung im Park. Wunderschoene 14 Wanderkilometer teils am Strand entlang und teils durch Mangroven aehnliche Landschaft. Typisch mit Palmen und Sand, mit Tieren im Unterholz und Bruellaffen im Geaest. Vorbei an Korallenriffen und Lagunen, auf Stegen durch Morast- und Regenwald und permanent Tropengeraeusch. Wieder mal das Paradies entdeckt, wie oft eigentlich schon, wie oft noch??
Aber wie gesagt, Cahuita zockt uns nicht. Der naechste Versuch ist Puerto Viejo, etwas suedlicher, etwas groesser, etwas weniger gezwungen hippy. Aber man merkt schon in der Einleitung, die Karibik wird total ueberbewertet (-;
Wir haben uns ein Luxus Ambiente gegoennt. Ein schickes Zimmer in Naturholz und super Matratze, toller Innenhof mit Haengematten, nette Eigentuemer, toller Garten mit Tropenambiente, fertig ist das Hotel PURA VIDA, der Name ist Programm. 3 Naechte, 4 Tage. Wir haben unsere Hautfarbe 4 Oktaven ins obskure verdunkelt, alle Haare sind blond und wir sind jetzt auch sehr entspannt. Aber Dauerbeachen und gluecklich sein ist fuer uns nicht das Richtige vor allem hat es Andrea krank gemacht, so mit Fieber und so... Lesen Essen Schlafen Lesen Essen Schlafen, dabei braeunen und echt sexy werden, ja auch kranke Frauen sind sexy! Sollen andere machen, wiir brauchen dafuer nur 3 Tage (-;...

Fotos Karibik klick hier

Von Karibik die zweite


Und deshalb machen wir uns rasch auf den Weg nach Barra Honda. Fuer mich war es alte Freunde besuchen und fuer Tobi sollte es die erste Erfahrung in einem Nationalpark sein. Wir fuhren also nach einem Abstecher in Liberia mit der Absicht dorthin fuer ca. eine Woche zu arbeiten, um dann nach Nicaragua zu duesen. Tobi musste eh ueber die Grenze sein Visum erneuern. Leider war aber nicht wirklich arbeiten im Nationalpark ansesagt, sondern arbeiten auf dem Bau. Alle waren wie wild von morgens bis abends am schuften, um das neue Haus und diverse andere Schoenheitsreparaturen fuer den grossen Tag am 24. August fertig zu stellen. Da fand der grosse Tag der Nationalparks statt, mit 400 geladenen Gaesten. Ich fands trotzdem klasse, auch wenn ich drei volle Tage Bretter geschliffen und nebenbei noch Schubkarren voll Schutt von A nach B transportiert habe, Kieselsteine verteilt und Waende gestrichen habe. Es war sauanstrengend, aber fuer mich genau das, was ich brauchte. Tobi hat das verstaendlicherweise anders gesehen, war er doch auf Natur eingestellt und nicht auf Baustelle. Zudem fehlte ihm der persoenliche Kontakt zu den Leuten dort und es wuselten auch taeglich so viele Menschen rum, dass ein Naeherkommen unmoeglich war. Um unsere Beziehung zu retten ;-) hat sich der Mann dann bereits nach drei Tagen in Richtung Granada / Nicaragua aufgemacht und ich bin noch bis zum Fest geblieben. Der Bericht ueber Granada folgt dann auch gleich im Anschluss von Tobi geschrieben. Ich habe also weiter geschuftet und durfte dafuer auf dem Fest viele neue Kontakte knuepfen mit Leuten von INBIO oder WWF. Mal sehen was das noch so bringt. Nachdem ich meinen Koerper genug geschunden und die zahlreichen spanischsprachigen Gespraeche auf dem Fest genossen hatte, bin ich dann schliesslich auch nach Granada aufgebrochen.

Barra Honda - Fotos klick hier

Von Barra Honda die dritte oder vierte...?


Mein Mann hat mich dann, wie es sich gehoert, an der Grenze abgeholt um mich sicher durch das chaotische Nicaragua nach Granada zu bringen... Aber im Ernst, der Unterschied konnte krasser nicht sein. Nicaragua ist viel aermer, hektischer, lauter und dreckiger. Die Menschen dort haben sehr wenig und dementsprechend wird man als Touri mit dem fetten Rucksack natuerlich angebettelt und belagert. Ich fand es etwas anstrengend, wobei sich Granada dann doch als sehr angenehm entpuppte. Es ist eine sehr schoene Stadt wie es nun anschaulich von Herrn Berg beschrieben wird:

Granada!!
Obwohl es in Barra Honda schoen und lustig war, hat es mich doch weiter getrieben. Wahrscheinlich wurde auch alles etwas eng, schliesslich sind wir zwei beide es nicht gewohnt tagein tagaus einander auf der Pelle zu haengen. Daher habe ich mich 5 Tage vor Andrea aus dem Arbeiterparadies Barra Honda verabschiedet. Mich zog es in die Welt hinaus und Granada lockte aus Beschreibungen und Reisefuehrern. Also auf nach Nicaragua. Schon allein das Wort weckt in mir die Gefuehle des Abenteurers. Zum ersten Mal auf eigenen Fuessen und mit meinem bruchstueckhaften Spanisch durch die Welt reisen, ohne Andrea. Und alles war schoen, bis zur nicaraguanischen Grenze. Der Trick ist, sich an aeltere Damen so um die 60 zu wenden, die nehmen einen sofort unter die Fittische, halten einem Sitze im Bus frei, verhandeln mit den Fahrern und geben Spanisch-Stunden. Das Leben ist naemlich sehr einfach. Solange man nicht nach Nicaragua faehrt.
Der Grenzuebergang ist chaotisch, eine bauliche Katastrophe, bar jedweder Hinweisschilder, Strassen, Markierungen, Anzeigen, etc., aber Schlamm haben sie. Der Kilometer Fussweg im Niemandsland wird durch rege Gespraeche mit hilfswilligen Kindern die mein Gepaeck tragen, meine Dokumente ausfuellen oder Saft in Tueten verkaufen wollen ausgefuellt. Als ich nach 30 Minuten hoffnungsvoller Suche die erste Huerde geschafft habe stellt sich heraus, dass der Grenzbeamte in Costa Rica mir einen 2-ten Einreisestempel statt meines gewuenschten Ausreisestempels gegeben hat. Und so kommt mensch natuerlich nicht nach Nicaragua rein!! Und es ist gar nicht so leicht die Grenzer in radebrechendem Spanisch davon zu ueberzeugen dass sie einen Fehler gemacht haben. Sie wollten mich naemlich ohne Ausreisestempel Nicaraguas gar nicht mehr zurueck lassen. Die Vorstellung im Niemandsland den Kindern die Arbeit wegzunehmen war so grausig, dass sogar spanisch sprechen klappte.
Nach etwa 2,5 Stunden und zweier Wanderungen zwischen den Grenzen hatte ich alle Stempel dann an der richtigen Stelle. Der Ausgang aus der Openair-Grenzstation ist fuer Normalsterbliche nicht zu finden. Aber mit Hilfe einer nicaraguanischen, aelteren Dame fand ich auch den Weg zum Busterminal. Den richtigen Bus konnte ich nicht mehr verfehlen, 3 "Busfahrer" schrien mir laufend den Namen meiner gewuenschten Richtung ins Ohr, bis mein Rucksack auf dem Bus verstaut war. Was fuer ein Unterschied. Zentralamerikanischer Latin-Techno in voller Lautstaerke, Huehner und anders Getier in den Baenken, komplette Ueberfuellung und lautes Gefeilsche loesten das durchaus geordnete Chaos in Costa Rica ab. Wohltuend anders war mein erster Eindruck, bis der Mensch losfuhr und es 200 m spaeter krachte, ein anderes Fahrverhalten laesst sich nicht leugnen. Es folgte aufgeregtes Gefeilsche um Schuld und Suehne (zum Glueck keine Verletzten) und der Bus war erst mal ausser Gefecht gesetzt. Ich krallte mich an der nicaraguanischen Leihmama fest und landete im naechsten Bus.
Also, ich mach es kuerzer, morgens um 8 Uhr 30 in Barra Honda gestartet, abends um 19 Uhr 30 mein Gepaeck in Granada abgelegt. Was fuer ein Tag.
Und was fuer eine Stadt!! Granada ist schoen... da wo Touristen sind. Da aber ausgesprochen schoen. Haeuser aus der Gruenderzeit in allen nur erdenklichen Farben. Ein Fest fuer die Augen. Plaetze und Parks mit dem Charme des Betagten und Leben in Huelle und Fuelle. Gleich am ersten Abend wurde ich von einer Stadtfuehrerin in galanter Garderobe verfuehrt am naechsten Morgen einen historischen Rundgang mit Gesang zu machen. War das toll. Ein Ave Maria in der Kathedrale, vorgetragen von eben dieser Fuehrerin, die nicaraguanische Nationalhymne am Krieger Denkmal, ein Liebeslied im Park. Sie gab alles, nur fuer mich, ich war der einzige zahlende Kunde. Und durch ihre Aufmachung in dunkelblauer Seide und Blumen im Haar hatten wir immer Publikum und Fotographen um uns rum. Ganz klar, hatte was und war jeden Dollar wert. Zumal sie mir neben der Historie des Landes auch noch mal die politische Vergangenheit mit Buergerkrieg und die derzeitige Situation erklaert hat. TOLL.
Tags drauf bin ich dann alleine losgezogen und habe mir die Schattenseite angeschaut. Sobald man die Prachtstrassen verlaesst reihen sich Bretter- und Wellblechbuden aneinander. Strassenkinder verdienen sich ihr Geld mit betteln und klauen, die Baeche und Fluesse sind mit Muell vollgestopft und manche Ecken wollte ich nicht mal am Tage betreten. Hat wirklich Schattenseiten diese Stadt. Nix destro, allemal eine Reise wert und die Leute in meinem Hostel waren klasse und freundlich und haben sogar mein Spanisch verstanden. Das will was heissen! Und am 5-ten Tag kam Andrea und alles wurde dann noch einmal ein bisschen schoener!! Gibt's was noch schoeneres als verliebtbetoert durch sonnendurchflutete Strassen zu wandern, Gerueche exotischer Natur im Ruessel und den Flair der Conquestadores vor Augen? Und das alles noch an einem der groessten und schoensten Suesswasserseen der Welt?

Ometepe
Aber nach 6 Tagen reicht dann auch Granada! Und eigentlich wollten wir uns einmal um den Nicaragua See herumtreiben lassen. Aber Nicaragua und die Staedte die wir bisher kenenngelernt haben waren sehr anstrengend. Uns schreckt diese grosse Diskrepanz zwischen Arm und Reich einfach ab. Ich weiss nicht wie damit umzugehen ist. Und da unser Reisefuehrer keine Highlights beschreiben wollte ausser Ometepe, gingen wir eben nach Ometepe. Das ist eine Insel, geformt von 2 Vulkanen mitten im Lago de Nicaragua. Der ist mehr als acht mal so gross wie der Bodensee. Die Insel sieht ein bisschen wie ein M aus, halt 2 Vulkane rechts und links. Concepcion ist noch aktiv und raucht ununterbrochen und Maderas hat 2 kalte Krater, wobei der eine mit Wasser gefuellt ist und schoen gruen schimmert. Von oben betrachtet sieht Ometepe aus wie eine 8 und an der schmalsten Stelle liegt St. Cruz. Da fanden wir ueber etwas unerfreuliche Umwege (vorher waren wir in einem typischen Hostel aus dem Lonley Planet - uebelst arrogante Leute und eine schlechte Atmosphaere) endlich unsere Hospedaje und die nettesten Hostelieros der Welt. Von hier schoene Gruesse an Adolfo und Mirna und an unseren fantastischen Guide Alexis!! Humor, lecker Essen, Tranquilidat und Tropen, Herz was willst du mehr?? Kein Strassenverkehr, Sternenhimmel, Sandstraende, bunte Voegel, Scharen von Schmetterlingen, tausende von freundlichen “Hola’s” aus allen Ecken und Haeusern auf Ometepe. Und wenn irgendwer irgendwann mal dahin faehrt, geht in die Hospedaje St. Cruz und nehmt schoene Gruesse mit.

Wir sind ganze 5 Tage dort geblieben und waren mal wieder aktiv, wobei ich (Andrea)nur im weitesten Sinne, da ich zugegebenermassen geschwaechelt habe beim Vulkanaufstieg. Tobi und Alexis haben die ganze Tour in 8 Stunden gemacht und es war super klasse, nass und glitschig. Der Aufstieg beginnt im landwirtschaftlichen Guertel der Insel, geht bald ueber in typischen Regenwald, mit hohen Baumkronen und dichtem Unterholz und wandelt sich in etwa 800 m Hoehe in einen Nebelwald allererster Guete. Letzteren fand Toby am imposantesten. Jede Pflanze, jeder Stein ist nass und tropft. Die Baeume sind mit dichten Moos- und Flechtendecken bewachsen, Lianen und Schlingpflazen haengen ueberall, alles haengt untrennbar zusammen und der Wald ist kaum noch 6 Meter hoch und ueberall scheint die Sonne gruenlich durch, wenn der Nebel oder die Wolken sich fuer einen Augenblick lichten. Ein richtiger Zauberwald, Toby war Alice in der "Wunderwelt".
Das habe ich leider nicht selbst erlebt, aber auch meine Wanderung war spannend und ist in Leistungssport ausgeartet. Nach dem glitschigen Abstieg ueber Stock und Stein hatte ich noch 6 km Nachhauseweg in praller Sonne vor mir, weil wir beim Abschied im Berg weder Geld noch Fotoapparat ausgetauscht haben. Also konnte ich nicht Bus fahren und Toby keine Fotos machen.
Am Abend waren wir beide redlich erschoepft und den naechsten Tag nutzten wir um unsere Goldreserven aufzufuellen (gruenes Dollargold in diesem Fall). Da es auf der Insel nur einen Geldautomaten und sehr viele sehr schlechte und langsame Wege gibt, haben wir uns auf der Tag-fuellenden Busfahrt von den Strapazen des vergangenen Tages erholt.

Aber wir haben es geschafft und konnten somit mit gutem Gewissen am naechsten Tag zu einer Kajak Tour ueber den See zum Insel-halbierenden Fluss aufbrechen. Man war dat schoen... wir haben zwar keine Kaymane gesehen, aber das Ambiente hat fuer alles entschaedigt. So stellt man sich Mangroven vor, paddeln durch ein Meer von Seerosen, stille Seitenarme wo kein Hauch sich regt und ueberall Voegel in Regenbogenfarben. Unser Guid Ernesto war klasse, hat Fischkoeder fuer die Kaimane ausgehaengt und uns Schildkroeten und Kuehe gezeigt. Einfach wieder einmal nett und viel Glueck gehabt. Auch die beiden Hollaender die teilnahmen waren humorig. Schoen wenn alles passt. Hoffentlich nur sind die Fotos noch da, weil leider die Kamera im Kajak geschwommen ist und wir immer noch nicht wissen, ob noch alles funktioniert. Der drohende Kurzschluss hat uns bisher daran gehindert die Kamera zu testen. Morgen werden wir es wagen, da wir dann in Rincon de la vieja sind und unbedingt Fotos schiessen muessen. Seit heute sind wir im Besitz eines blauen Suzuki Jimny, der uns die naechste Woche zu verschiedenen Sehenswuerdigkeiten fuehren wird. Die Fotos werden dann nach und nach ins Album gesetzt.

PS: Der Chip ist heile, wie ihr an den Bildern sehen koennt, die erscheinen, wenn ihr wieder einmal unten auf das kleine Foto klickt.

PSS: Das werden erstmal die letzten Fotos aus Costa Rica werden, denn der Fotoknips ist hin )-;

Nicaragua komplett Fotos Klick bitte hier

Von Einmal Nicaragua und zurueck

Samstag, 2. August 2008

Orosi und warum Ticos Tico heissen

Ticos heissen Tico weil sie es sehr moegen die Woerter zu verniedlichen im Sinne von Kaeffchen etc. Die Endung dafuer ist normalerweise "ito", sprich aus pequeño wird pequenito. Da aber die meisten Ticos "...ico" statt "...ito" sagen, also pequenico statt pequenito, deshalb heissen die Ticos Tico... Ja ich hatte mir diese Geschichte auch aufregender vorgestellt.



Um unsere interkulturellen Kenntnissen (siehe oben) und ein wenig Spanisch zu erlernen, druecken wir fuer 2 Wochen in Orosi die Schulbank. Tobis Professorin Margoth versucht seit letzter Woche erfolgreich ihm das Spanische naeher zu bringen und Gloriana verbessert meine Grammatik und die Aussprache (ich bringe naemlich das "r" nicht korrekt raus). Jeden Tag 3 Stunden Einzelunterricht, danach etwa 2 Stunden Hausaufgaben und anschliessend Verben und Vokabeln lernen. Heute ist der 6-te Tag und wir sind voellig durch den Wind. Aber immerhin versteht Tobi jetzt so 20-30 % von dem was in unserer Gastfamilie gesprochen wird und kann immerhin schon 2,5 Zeiten begreifen, wenn auch noch nicht wirklich nutzen. Leider ist Tobi nie zufrieden mit sich, obwohl sein letzter Spanisch-Kontakt vor ueber 9 Jahren war und er fast bei null angefangen hat. Ich finde ihn ziemlich klasse und er begreift mehr als er selber weiss... Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir die Schule machen und besonders diese in diesem schnuckeligen Ort, in dem ich wirklich fuer laengere Zeit leben koennte.

Orosi selbst ist eine wunderschoene und ruhige kleine Stadt mitten in den Bergen nahe San José, etwa 20 km suedlich von Cartago. Es ist immer noch Regenzeit, der Regenschirm ist ein taeglich gebrauchter Gegenstand, aber es ist dennoch richtig schoen. Denn hier ist es sogar bei Regen trockener als in Ojochal bei Sonnenschein! Unsere Sachen trocknen hier!! Selbst wenn die Hose mal nass ist, das Handtuch nach dem Duschen trieft, eine Nacht an der Leine und die Sachen sind tatsaechlich wieder trocken. Sie riechen nicht muffig, nix schimmelt, Mensch wat´n Leben!!

Wir wohnen hier in einer sehr netten Gastfamilie, bestehend aus Luz Maria, die Mama (50), Gabriela (22) und ihre Tochter Nicole (2) und Jonathan (15). Luz Maria ist muy amable und spricht ein sehr klares und akzentuiertes Spanisch. Ausserdem kocht sie sehr lecker (Reis und Bohnen, Bohnen und Reis und Gallo Pinto... hmmm). Vor der Schule essen wir, na was wohl... Gallo Pinto, mal mit Eiern, mal mit Brot und abends gibt es typisch costariciensische Kost (oder Tobi macht Pizza...). Dabei wird permanent gesprochen und gelacht, selbst Tobi ahnt meistens worum es geht...und... mittlerweile spricht er sogar... Ist ziemlich lustig und lehrreich, auch wenn einige Jokes auf Tobis Kosten gehen. Gestern haben wir drei 40-cm Pizzen fuer die Familie und die halbe Nachbarschaft gemacht. Hat allen super geschmeckt und nun wollen sie es immer, Luz meinet wir sollen einen Pizza Lieferservice aufmachen... Und natuerlich ist es hier im Land der Machistas noch immer sehr sehr ungewoehnlich wenn ein Mann in der Kueche steht und auch noch spuelt oder den Tisch abraeumt. Die Nachbarn haben alle durch Ritzen und ueber Zaeune geschaut als Tobi im Hof (natuerlich auf einem Tisch) den Pizzateig ausgerollt habt. War so ein bischen auch ein Fest und hat viel Spass gemacht!!

Letzte Woche hat "La fiesta de los Angeles" in Cartago stattgefunden. Da gibt es wohl eine schwarze Marienstatue, die laut Erzaehlung 3 mal von einer Indianerin als Puppe fuer ihre Tochter mitgenommen wurde und am naechsten Tag verschwunden war, bzw. wieder an ihren Ursprungsort zurueckgekehrt war. Deshalb hat ein Priester entschieden, die Kathedrale von Cartago um die Maria herum zu bauen, um ihr zu huldigen... gesagt getan.... und diese Maria kann Wunder vollbringen, jaehrlich wird ein Wunsch eines Pilgers oder auch mehrere erfuellt, keine Ahnung. Jedes Jahr am heutigen Datum pilgern daher Tausende von Leuten in die Basilika (es wurden 2 Millionen erwartet!!!). Sie kommen zum Teil zu Fuss aus Nicaragua (ca. 250 km) oder reiten auf Pferden den ganzen Weg bis Cartago. Am Freitag Nachmittag z.B. machte sich Orosi fast geschlossen auf den Weg und zwar zu Fuss an der Haupverkehrstrasse entlang (23 km)... Peeeero: Yo no soy tonto (nosotros no somos tontos)!! Wir sind mit dem Bus gefahren und haben uns die Sache vor Ort angeschaut. Es gab in der Kirche drei Eingaenge, einer zum "normal" reingehen, einer fuer Rollstuehle und einer, um auf den Knien bis zum Altar zu rutschen. Ratet mal wo die laengste Schlange war?
Ach ja, Rodilla heisst Knie und nicht Rollstuhl!



Am Samstag waren wir mit Luis, einem spanisch sprechendem Giude und einer weiteren Schuelerin aus der Montaña-Linda Schule auf dem Irazu (3.432 m). Das ist ein Vulkan in der Naehe von Orosi, der angeblich nicht mehr aktiv ist. Der letzte Ausbruch dauerte 2 Jahre von 1963-65 und es wurden einige Doerfer verschuettet. Es gibt 2 Krater, wobei einer mit giftgruenem Wasser gefuellt ist, dessen Pegel in diesem Jahr stark gesunken ist, was immer das zu bedeuten hat. Die Landschaft hat mondaehnlichen Charakter und bei 3500 m ist es sogar in Costa Rica empfindlich kalt, besonders wenn die Sonne weg ist (9 Grad Celcius hatten wir und es geht noch kaelter). Zusaetzlich hat uns Luis mit vielen Infos ueber Land, Leute und Kaffeanbau gefuettert (natuerlich gabe es auch landestypisches Gebaeck, Kaffee und Frutas als Staerkung auf dem Irazu).

Der Sonntag stand dann ganz im Sinne von "wer findet Nano"... Nano ist ein Tico Mitte Vierzig, ein campesino (Bauer), der alleine in den Bergen lebt, Kaffee und Bananen anbaut und sich damit und mit der Unterhaltung von Touristen finanziert. Der Mann ist ein absolutes Unikat, sehr sympathisch, gastfreundlich und aeusserst redselig. Ich war erstaunt wieviel wir (auch Tobi) verstanden haben. Der Weg dort hin ist eigentlich ganz einfach... aber wir hatten aufgrund merkwuerdiger costaricanischer Wegbeschreibungen (es sind immer die Anderen, die Schuld haben), die den unseren nicht sehr aehnlich sind, bereits zweimal den Vorstoss zu Nano gewagt... und was soll ich sagen, wir sind zweimal gescheitert. Am Sonntag dachten wir uns also einen dritten Versuch zu starten. Und wir haben es tatsaechlich geschafft, sind dazu aber ca. 500 Hoehenmeter zu hoch gestiegen, haben einen Umweg von ca. 2 Stunden gemacht und sind ueber Pferdewiesen und Kaffeplantagen gelatscht (die Caminitos sind natuerlich aeusserst gut in Schuss nach dem ganzen Regen...). Der Weg wurde uns von Carlos gezeigt, danke, dass wir ueber sein Grundstueck laufen durften. Al final sind wir angekommen, auch wenn Nano uns rufen musste, als wir gerade an seinem Haus vorbeigelaufen sind(huestel). Wir haben einen Kaffee getrunken, nett geplaudert und sogar den Wasserfall auf seinem Grundstueck gefunden. Alles in allem ein super schoener anstrengender Tag und Nano hat uns mit seiner Lebenseinstellung schwer beeindruckt. Wie wenig man braucht, um gluecklich zu sein. Leider haben wir Deppen kein Foto von Nano gemacht.



Uuuuund wir waren MOPPED FAHREN!!! Auf dem Vulkan Turrialba... wie ich das vermisst habe (Tobi ist ja dieses Jahr schon viel gefahren). Vielen Dank an Freddy von http://www.costarica-moto.com

Dank seiner sehr genauen Wegbeschreibung und der schicken kleinen 125 er Enduros haben wir es bis nach Payaso geschafft, wo eigentlich die Schotterpiste zur Turrialba Lodge beginnen sollte. Aber wie das so ist, in der Regenzeit, mit den Touris, den Pisten und der vorrausschauenden Fuersorglichkeit der Tico´s. Keiner wollte uns die Piste zeigen. Entweder sind die Ticos stolz auf die neuen Strassen in der Gegend oder sie waren ernsthaft um unsere Gesundheit besorgt. Zum Glueck fuer uns hat sich dann doch eine Ladenbesitzerin "verplappert" und uns indirekt einen Hinweis auf die ungefaehre Richtung gegeben.
Und sie hatten alle Recht. Man sollte Touris wie uns nicht frei rumlaufen (-fahren) lassen. Was eine herrliche Piste und wat schnieke Moppeds. Wir hatten unsere Grenzerfahrungen!! Eigentlich wollten wir schon umkehren, weil fahren nicht mehr drin war. Leider trafen wir zum Glueck 2 Ticos die gerade gemeinsam ihre eigene Enduro den Berg runterschoben. Ein Rutschen und ein Tragen ueber Felsen, Krater und Schlammpfuetzen...
Diese machten uns Mut, nach dieser einen Steigung sei der Weg deutlich besser. Und als sie uns dann noch anboten beim Schieben und Tragen bergauf behilflich zu sein, konnten wir unsere Lust nicht mehr unterdruecken. Also, 3 Mann hoch, ich war fuer das gepaeck verantwortlich und Tobi und die beiden Tico haben geschoben. (Freddy, danke, bitte ab jetzt weghoeren) Kupplung im Anschlag, Spiel mit dem Gas und versuchen beim Mitlaufen nicht wegzurutschen und die Kiste aufrecht halten. Das Ganze 2 mal und es war geschafft. Tobi uebrigens auch, er brauchte danach erstmal 30 Minuten um seine ehemalige Raucherlunge wieder unter Kontrolle zu bekommen. Aber es war geschafft... dachten wir. Einer der Hombres merkte dann noch an, etwa 150 Meter weiter sei eine weitere nicht ganz einfache Stelle... wie recht er hatte. Wir haben es wirklich versucht, aber die Steigung, die Hoehenluft, die eigenen Faehigkeiten, alles sprach gegen uns. Nach 15 Metern ging wieder nix. Und wieder dasselbe Spiel, 3 Mann und eine Frau im Kampf gegen den Berg. Und... otra vez... die Rede kam auf die vierte Steigung und wir waren inzwischen fast 1 km von dem Mopped unserer Retter und Verfuehrer entfernt, die einen Heidenspass dabei entwickelten Tobi beim atmen (Keuchen) und mir beim Schmunzeln zuzuschauen. Aber, schlussendlich, waren wir geschafft und obenauf. Hombre 1 und 2 ueberliessen uns unserem Schicksal, mit einer weiteren typisch costaricanesischen Wegbeschreibung (immer geradeaus). Wir hielten uns dann daran, die Strecke war super, aufregend, anstrengend und mit tollen Ausblicken. Irgendwann ging es dann wieder bergab, tolle Piste, nicht zu leicht, nicht zu schwer, alles suppi. Nur am Ende der Piste kamen wir genau 120 Meter vor der Einfahrt in unser Abenteuer wieder heraus. Und zwar vermutlich auf dem schoenen und einfacheren Weg den Freddy fuer uns vorgesehen hatte. Soviel zu Wegbeschreibungen in CR.
Aber es war eine tolle Fahrt, die sich dann auf Asphalt und traumhaften Strecken mit tollen Kurven und viel Ausblick fortgesetzt hat. Das naechste Mal wird es aber in fremden Laendern doch die gefuehrte Tour sein, ausser auf unserer eigenen Weltreise. Und wenn ihr mal in CR seid, fahrt Mopped, denn dette lohnt sich!! Und schaut unbedingt bei Freddy und Franzi von motocom vorbei, denn sie sind super nette Moppedfahrer, die klasse Tipps geben koennen. Wir sind am Tag unserer Tour gleich von ihnen zum grillen eingeladen worden und mittlerweile hatten wir schon mehrere nette Abende zusammen. Am Sonntag haben wir uns an Karaoke erfreut und zum Glueck mussten wir nicht singen...

Ende Teil 1 von "Andrea + Toby auf Reisen", dieser Post hat mich ganze 7 Stunden im Internetcafé gekostet! Bilder gibt es wie immer bei Klick auf´s kleine FOTTO ganz unten

Orosi, die spanische Sprache und andere Abenteuer